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Text der Einführungsrede zur Gruppenausstellung „Neu im BBK II“

von Dr. Gabriele Raschã, Kunsthistorikerin, Mainz, 27.5.2008:

 

„…Auch Isabell Köstlers Arbeiten bewegen sich in diesem abstraktem Rahmen.

Jedoch steht bei ihr … die Einfachheit der Formen im Vordergrund.

 

Isabell Köstler wurde 1967 in  Rüsselsheim geboren und absolvierte zunächst ein BWL-Studium an

der Fachhochschule in Mainz, bevor sie über Zeichenunterricht bei Karol Rousin zur bildenden Kunst kam.

Es folgte ein Studium der Malerei bei Matthias Gessinger in Wiesbaden. Sie lebt und arbeitet in Nieder-Olm.

 

Es hat einige Zeit gebraucht, bis Isabell Köstler einen optimalen Bildträger für ihre Malerei gefunden hat.

Sie malt auf MDF-Platten, die ihr eine völlig glatte Oberfläche ohne jede Eigenstruktur bieten.

Diese grundiert sie zunächst schwarz und legt darauf mit einem Schweineborstenpinsel mehrere

Lagen weißer Lasuren an. Mit diesem Verfahren erzielt sie die Wirkung eines hauchdünnen Gewebes,

dessen feine Strukturen an grafische Schraffuren erinnern.

 

Auf diesen höchst delikaten, transparenten Untergrund setzt sie große, einfache, schwarze, dichte

Farbflächen. Diesem Akt haftet schon fast etwas Brutales, aber auch sehr Entschiedenes an.

Hier macht die Malerin deutlich: Sie trifft Entscheidungen, die nicht revidierbar sind.

Die einmal gesetzte schwarze Fläche, kann, muss aber nicht funktionieren.

So schließen ihre Arbeiten auch immer, den Faktor des Scheiterns, des an die Grenze Kommens und

der Zerstörung mit ein. Zum anderen schafft  die schwarze Form Fakten für das weitere Vorgehen.

Allein mit einer einzigen geschwungenen Linie gelingt es Isabell Köstler, eine Balance zwischen den

Bildelementen herzustellen und den schwarzen Flächen ungeahnte Leichtigkeit zu verleihen.

 

Zartes Olivgrün oder rötliches Ocker atmen durch den Untergrund und bringen die großen

leeren Flächen zum Vibrieren.

 

Isabell Köstler setzt mit diesen Arbeiten ein radikales Statement zu mehr Einfachheit.“